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Kristin Finsterbusch:   Profil  |  Vita  |  Werke

Kristin Finsterbusch

Hauchfeine Bleistift-oder Farbstiftzeichnungen auf kleinem Format gehören zu dem bevorzugten Genre von Kristin Finsterbusch. In zarten, sich überlagernden Farbflächen dringt sie in ihren neueren, floralen Arbeiten „collectio natura“ und collectio primere“, neben anderen, bis ins Detail von Blattwerk, Blüten oder kleinem Getier vor, so dass der Betrachter sich beinahe andächtig in diesen Arbeiten verliert. Es gelingt ihr, gerade im kleinen Format, dicht und kompakt die Natur in ihrer Größe und Schönheit darzustellen. Gleichwohl sind auch Stacheln und Dornen, Scheren und Werkzeuge zur Erhaltung der Art und Fortpflanzung zu erkennen und weisen so immer wieder auf realistische Bezüge hin.

Es sind keine Abbildungen wissenschaftlicher Benennungen und Sortierungen, sondern das natürliche Chaos der Natur, dass alles miteinander verbindet und alles miteinander konkurrieren lässt. Als ausgesprochene Sammlerin interessiert sie sich für das Kleine, vermeintlich Unscheinbare, zum Teil schon abgestorbene Material von Pflanzen, Kleingetier, Insekten oder Pilzen. Sie wirken wie ein evolutionärer spannender Prozess, der einen Blick in die Zukunft freigibt. Diese Arbeiten sind so leicht und doch so dicht angelegt, dass man für das Erkennen die romantischen Gedichte von Joseph von Eichendorff assoziieren möchte.

 

In früheren Arbeiten legte sie ebenfalls mit feinem Stift Landkarten an, auf denen sie geographische Orte mit eigenen Erlebnissen und Erinnerungen überlagerte. Die so entstandenen Erinnerungskarten gibt es für Städte wir Dresden, Rom, ihrer Wahlheimat Würzburg oder Frauenstein. Die Zeichnung wird hier zu einem Erlebnis, wie bei einem Plan, der komplexe Visionen und Ideen verständlich werden lässt.

Die Faszination einer Zeichnung, die „dreidimensionale Welt mit der eindimensionalen Linie auf eine zweidimensionale Fläche zu bannen“ ist immer präsent. Besonders wenn man zwischen der eigenen imaginären Welt und der der Realität zu Hause ist.

Kristin Finsterbusch verbrachte ihre Kindheit und Jugend in Frauenstein. Nach der Wende studierte sie an der Hochschule für Bildende Kunst in Braunschweig freie Kunst. Hier lernte sie vor allem die Druckgrafik kennen, die sie geprägt hat und bis heute begleitet. 

Ihren eigenen Ausdruck findet die bildende Künstlerin auch in der Lithografie und der Radierung, beide Genres stehen für sie gleichberechtigt nebeneinander. Wie hauchfeine Ziselierungen wirken die Linien und Verwirbelungen in den Serien „small planet“, „formosus insectum“, neben anderen, die sie zu visionären Welten verbindet, dass man vor Bewunderung den Atem anhält.

 

Text: Reiner Jünger, Aug. 2017

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