Z E I T G E N Ö S S I S C H E K U N S T
Z E I T G E N Ö S S I S C H E      K U N S T 
Jan Polacek:   Profil  |  Vita  |  Werke

Jan Polacek

Jan Polaceks Werk steht für den Versuch, den Gegensatz zwischen Großstadt, Handwerk und Avantgarde, zu überbrücken. Er ist in der Rhön aufgewachsen, machte in Bischofsheim eine Lehre als Holzbildhauer, endete aber nicht als Herrgottsschnitzer im folkloristischen Kommerz, sondern besuchte die Nürnberger »Akademie der bildenden Künste«, ohne den Akademismus seines Professors Uhlig zu übernehmen. Er reiste mehrmals nach Afrika, ohne die Illusion seiner expressionistischen Vorläufer: Denn auch dort gibt es keine Heimat, keinen Ursprung, keine Reinheit, sondern nur noch pseudoarchaische Kunst.

Aber auch die Möglichkeit zur Konfrontation, zum Dialog. In seinen frühen Arbeiten orientierte sich Jan Polacek an den Kubisten, zerschnitt etwa in einer Reliefserie Körper, blieb aber nahe am Figurativen. In Kleinplastiken grinsen offene Münder, klaffende Geschlechtsteile, auf Stahlstelen montiert, wie Fragmente aus U-Comix. Im Laufe seiner Entwicklung reduzierte er seine expressiven Formen auf immer klarere Konturen. In der Form des Halbreliefs nutzte er die Gestalt der Bohle, um Motive wie Sex und Tod, Verwundung und Exzeß, Krieg und Medien plastisch anzudeuten. Beispiel dafür ist der »Trommler«, der extatisch mit Knochen um sich wirbelt, oder »Die Schöne«.

 

Jan Polacek trägt Kalk oder Pigment auf seine Holzplastiken auf, so daß die Oberfläche schimmert und sich, je nach der Perspektive des Betrachters, unterschiedliche Tiefen hintereinanderstaffeln und so multiple Sichtweisen ergeben. Das Innere schiebt sich nach außen, Figurenreste, Köpfe, Körperteile, Schemen verselbständigen sich, der Körper als Ganzes wird dekonstruiert. Neben Kleinplastiken, Stelen, Wandreliefs und Holzcollagen gestaltet Jan Polacek aber auch Performances, Konzeptaktionen, Videokunst.

 

Er illustriert für das »Rhöner Drucknetzwerk Engpol« Bücher und Flugschriften, er stellt seine Plastiken zu einem Schmied als »Kunst in den Produktionsstätten« oder geht in den Cyberspace.

Jan Polacek ist ein Künstler der Vielfalt und des Konflikts in der Welt, zwischen den Welten. Zwischen Metropole und Dritter Welt, zwischen Großstadt und Rhöndorf. Er hat die Energie der Erde, das Ungestüme des Bauern, auch seine Schläue, die Kraft eines Schmieds, das Geschick eines Tischlers. Jan Polaceks Werke sind wuchtig und doch artifiziell, bodenständig und doch weltoffen.          Ruthard Stäblein, Kulturredakteur HR

Öffnungszeiten & Termine 2016

Während den Ausstellungen:

Öffnungszeiten

jeweils Dienstag bis Freitag

von 16:00 - 20:00 Uhr.

Besucher seit 30.10.2015 / 01:00 Uhr:

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Galerie HOP GbR